Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V.
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BBU fordert von Hofheimer Ratsfraktionen:
"Sprechen Sie sich gegen den Bebauungsplan Nr. 134 „Wohngebiet Vorderheide II“ aus"

(Bonn, Hofheim, 22.02.2011) Im Vorfeld der morgigen (23. Februar) Sitzung der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Hofheim am Taunus hat sich der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz in einem Offenen Brief an die Hofheimer Rats-Fraktionen aus ökologischen Gründen gegen das heftig umstrittene "Wohngebiet Vorderheide II" ausgesprochen. Der BBU fordert von den Ratsfraktionen: "Sprechen Sie sich gegen den Bebauungsplan Nr. 134 „Wohngebiet Vorderheide II“ aus, stimmen Sie gegen die zweite Entwurfsoffenlage und stoppen Sie das gesamte Verfahren.

"In dem Schreiben des BBU, dem auch die Bürgerinitiative "Lebenswertes Hofheim" angehört heißt es im ganzen Wortlaut:

"Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e. V. hat sich bereits im letzten Jahr aus ökologischen Gründen gegen die Bebauung des Bereichs „Vorderheide II“ ausgesprochen. Der BBU ist weiterhin der Auffassung, dass eine Bebauung des Bereichs „Vorderheide II“ ökologisch nicht vertretbar ist. Daher ersuchen wir Ihre Fraktion hiermit: Sprechen Sie sich gegen den Bebauungsplan Nr. 134 „Wohngebiet Vorderheide II“ aus, stimmen Sie gegen die zweite Entwurfsoffenlage und stoppen Sie das gesamte Verfahren.

Zur Begründung:

Zur Begründung verweisen wir zunächst auf unseren Einspruch vom Oktober 2010 an den Magistrat der Stadt Hofheim am Taunus. Darin hieß es u. a.: Der BBU „lehnt das geplante Vorhaben „Wohngebiet Vorderheide II“ generell ab. Durch das Vorhaben würde der vorhandene Naturraum gänzlich und irreversibel zerstört. Dies wäre nicht akzeptabel, zumal das Vorhaben nicht aus Allgemeinwohlgründen erforderlich ist. Zudem ist ein entsprechender Ausgleich nicht möglich“

Weiterhin erscheint uns die aktuell angedachte Umpflanzaktion der Obstbäume kaum realisierbar zu sein. Einerseits ist es sehr fraglich, ob die Bäume das Umpflanzen überstehen werden. Andererseits ist es auch völlig unbestimmt, ob der Tierbestand von der bisherigen Obstwiese auf das neue Gelände mitwandern würde.

Der BBU kann keine überwiegenden Gründe des Gemeinwohls erkennen, die für die Realisierung des Wohngebietes sprechen würden. Das Vorhaben würde einzig privaten wirtschaftlichen Interessen dienen. Die Planungen verkennen nach wie vor die Beeinträchtigung des vorhandenen Biotops. Die Kompensationsmaßnahmen erscheinen nicht geeignet.

Das Gebiet „Vorderheide II“ ist auch im Sinne der UNO-Bemühungen zum Schutz der Artenvielfalt schützenswert. Aktuell gefordert wird eine „Sensibilisierung für den Artenschutz.“ Und: „Durch den Beitrag zur Klimaregulation, zur Kohlenstoff-Speicherfähigkeit oder der Wasserfilterung schützt Artenvielfalt vor Schäden, leistet aber auch kulturelle und rekreative Dienste durch den Landschaftserhalt.“

http://www.pressetext.com/news/110218003/forscher-fordern-artenschutz-mit-realitaetsbezug/

Sollte es zur neuerlichen Offenlegung der Planungsunterlagen kommen, wird der BBU, wie bereits im Einspruch von 2010 angekündigt, zuständige UNO-Gremien über das Vorhaben informieren und um Intervention zugunsten des Artenschutzes bitten.

Abschließend verwahren wir uns gegen Vorwürfe, die mittels der Presse gegenüber der Bürgerinitiative „Lebenswertes Hofheim“ erhoben wurden. So unterstellt der Makler Ralf Weber den Mitgliedern der Bürgerinitiative Egoismus und Egomanie:

http://www.fnp.de/fnp/region/lokales/baeumeruecken-am-steinberg_rmn01.c.8680399.de.html

Der BBU betont, dass der Wunsch nach einer gesunden Umwelt und einer artenreichen Natur nichts mit Egoismus zu tun hat. Der BBU erklärt, dass die Bürgerinitiative „Lebenswertes Hofheim“ dem Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) mit Sitz in Bonn angehört und damit auch übergeordnete Ziele des Umweltschutzes vertritt. In der Satzung des BBU heißt es: „Vereinszweck ist die Erhaltung und Wiederherstellung der natürlichen Lebensgrundlagen, der Schutz der Natur und der durch Umweltgefahren bedrohten öffentlichen Gesundheit. Die Vereinigung ist ein Zusammenschluß von im Umweltschutz tätigen Bürgerinitiativen.“

http://www.bbu-online.de/html/satzung.htm Setzen auch Sie sich für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen ein – stimmen Sie gegen die Überplanung des Biotops „Vorderheide II“."